Weit über 7 Millionen Menschen in Deutschland sind tätowiert. Ein kulturelles Phänomen, welches sich durch alle Bevölkerungsschichten zieht und als eine Art von Tabu-Bruch nach wie vor den Touch des Exotischen in sich trägt... Die Tätowierung als Ausdruck von Individualität und Auseinandersetzung mit eigenen Lebensvorstellungen und -wünschen hat eine lange Tradition.

Wegen der vielfältigen und über den ganzen Erdball verstreuten Hinweise kann davon ausgegangen werden, dass sich die Sitte des Tätowierens bei den verschiedenen Völkern der Erde selbständig und unabhängig voneinander entwickelt hat:

 

Im Norden Chiles wurden 7000 Jahre alte Mumien gefunden, die Tätowierungen an Händen und Füßen aufwiesen. Die Gletscher-Mumie  Ötzi  trug vor über 5000 Jahren mehrere Zeichen, die mit Nadeln oder durch kleine Einschnitte unter die Haut gebracht worden waren. Besonders aufwändige und großflächige Tätowierungen sind von den eisenzeotlichen Skythen, einem Reitervolk der russischen Steppe und des Kaukasus  und aus der Pazyryk-Kultur im Altai bekannt. Dies scheint die häufig vertretene These zu widerlegen, dass die Sitte des Tätowierens ursprünglich aus Südwestasien stamme, sich von dort über Ägypten  nach Polynesien und Australien  ausgebreitet habe und schließlich nach Nord- und Südamerika weitergetragen wurde. In seiner rituellen Bedeutung ist es in Mikronesien, Polynesien, bei indigenen Bevölkerungen und z. B. auch den Ainu und den Yakuza  (Japan) verbreitet.


Das Alte Testament verbietet die Tätowierung, wohl wegen der Verbindung mit dem Atargatis-Kult. „Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der Herr.“ (3. Mose 19,28). Tätowierungen waren jedoch bei einigen frühchristlichen Sekten üblich.

Warscheinlich tätowierten sich die  Carni, ein  keltische Stamm der österreichischen Alpen. Laut Herodian (III, 14) tätowierten sich auch die  Thaker. 

 


Das Leben eines Seemanns war stets schwer und äußerst hart. Zu Tausenden verloren Schiffsmannschaften auf den alten Segelschiffen ihr Leben, um die Gier ihrer Auftraggeber nach Land, Waren und vor allem  Gold  zu stillen. Entbehrung, Heimweh und der Tod waren der Seeleute ständiger Begleiter. Hieraus entwickelten sich die vier bedeutungsvollsten Tätowierungen der Mannschaften: GLAUBE, LIEBE, HOFFNUNG, GRAB. Den unbändigen Naturgewalten ausgesetzt , wurde ein Schiff nicht selten zum hilflosen Spielball zwischen Wind und Wellen. Dann gab es für einen Seemann oft nur noch die Hoffnung, daß ihm ein Kamerad an Deck und ein Gott im Himmel zur Seite steht. Diesen festen Glauben daran symbolisierte ein tätowiertes KREUZ. Ein tätowiertes  HERZ erinnerte sie an ihr Zuhause und an die Liebste, die ihm Heimathafen auf ihre Rückkehr wartete.

Die Hoffnung auf eine gute Fahrt, eine erfolgreiche Mission und vor allem auf eine glückliche und wohlbehaltene Wiederkehr. Hierfür steht der ANKER. Dem Glauben der alten Seebären nach bringt ein tätowiertes GRAB dem Träger Glück. Dieses Tattoo sollte den Seemann vor dem Schicksal des Untergangs, beziehungsweise des Ertrinkens, bewahren. Oft wurde das GRAB  noch mit den Worten »Die letzte Reise«, oder »Reise ohne Wiederkehr« verziert. Den vier klassischen Seefahrer-Motiven folgten ein wenig später noch viele andere Tätowierung, die für ihre Besitzer aber nicht minder bedeutungsvoll waren. So trugen viele Seeleute ein TOTENKOPF-Tattoo  was nicht etwa auf eine piratenartige Gesinnung hinwies, sondern vielmehr die Ängste vor einer unsicheren und gefährlichen Zukunft ausdrücken sollte. Ein  ENGEL verhieß den Seeleuten tröstende Hoffnung. Die SCHLANGE war Sinnbild der prickelnden Sünde und der Versuchung. Ein kleiner tätowierter  DRACHE zeigte, daß der Träger bis nach China gelangt war, wogegen ein goldener  Drache  gestochen wurde, nachdem ein Matrose die Datumsgrenze überquerte. Die tätowierte  SONNE pries das Leben. Eine kleine SCHILDKRÖTE dokumentierte, daß ein Seemann den Äquator passiert hatte. Eines der am häufigsten gestochenen Motive des 19. Jahrhunderts war das  PIN-UP-Mädchen. Oft fanden leicht bekleidetete und aufreizende Mädchen als Tätowierung  einen Platz auf der Brust oder z.B. der Wade eines Seefahrers. Die  ROSE symbolisierte ein Leben voller Dornen, ein Leben, wie es die Schiffsbesatzungen tagein, tagaus führen mußten. Der tätowierte  Vogel war für viele ein gutes Omen, denn  Vögel kündigten den Matrosen an, wenn sich ihr Schiff dem Land näherte.

 

 

 

 

James Cook erreichte 1769 Neuseeland und seine Einwohner. Er war es, der zusammen mit seinen Mannen den ersten richtigen Kontakt zu den Maori  und ihren traditionellen Tribals hatte. Die Kunde dieser neuen Hautkunst verbreitete sich schnell in den Hafentavernen der unterschiedlichsten Länder. Und während die einen Seeleute sich zunächst nur mit kleinen Tribals von den Eingeborenen verzieren ließen, lernten andere dieses Handwerk selbst und begannen damit, eine große Motiv-Vielfalt zu entwickeln. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren bereits 95 Prozent aller  Seefahrer tätowiert.

 

 


Thai Tempeltattoos (thail. Sak Yant, Sak = Tätowierung, Yant = mystische Zeichnung) haben im thailändischen Buddhismus eine jahrhundertealte Tradition. In der Regel werden die Yantas oder auch Yantras von buddhistischen Mönchen oder bramanischen Priestern auf die Haut haltbar aufgebracht. Überwiegend handelt es sich dabei um geometrische Muster, die in Pali- oder Sanskritschrift bestückt werden.

 Viele Yanta-Designs stammen aus dem Hinduismus Indiens und wurden von den Thais adaptiert, als der Buddhismus Thailand und Kambodscha von Indien aus erreichte.

 

Yantas sollen ihren Trägern magische Kräfte verleihen und Schutz vor allen erdenklichen Übeln bieten.

Hergestellt werden die Tattoos mit angespitzten Bambusstäbchen oder mit schwergewichtigen Metallnadeln. Die Tinte, zumeist indische Tinte, wird je nach Tempel mit weiteren, geheimgehaltenen "magischen" Zutaten versetzt. Man sagt, dass z.B. Schlangenöl besondere magische Kräfte verleiht. Ansonsten werden überwiegend pflanzliche Extrakte beigemischt.

Die Tätowierungen der Maori entspringen eine Jahrtausende alten Kultur. Geprägt von mystischen Geschichten und religiösen Überlieferungen, sind die Maori-Tattoos voller tiefer Bedeutungen.

Maori sind die Ureinwohner von Neuseeland. Ihre Tätowierungen gehören zu dem Fundament, auf dem die heutige Tattoo-Szene der westlichen Welt steht. Der Ursprung der heutigen Tätowierungen liegt bei den Bewohnern von Polynesien auf den Marquesas Inseln.

 

1. Spiralen - das Grundelement der Maori - Tattoos

Eine der Haupteigenschaften der neuseeländischen Maori-Tattoos sind die doppelten, spiralförmigen Linien. Diese unverkennbaren Spiralen nennt man Moko, welche den Beginn eines neuen Lebens bedeuten und Erneuerung und Hoffnung für die Zukunft, aber auch Frieden, Harmonie und Wachstum symbolisieren. Sie sind das Grundelement aller sich darauf aufbauenden Tattoo Muster und -Ornamente. Diese Tattoo-Form ist es auch, die ihren modischen Weg in unsere Gesellschaft auf unsere Rücken, unsere Arme und Beine gefunden hat. Der kraftvollen Symmetrie ist es zu verdanken, dass diese Tattoo-Stilrichtung in so kurzer Zeit extrem viele Fans gefunden hat. Maori-Tattoos werden normalerweise einfarbig tätowiert und können in jeder Größe und Form platziert werden. Nur selten sieht man abweichende Variationen, die dann jedoch meist sehenswerte Kreativität präsentieren. Beliebte Körperstellen für ein Maori-Tattoo sind neben Oberarm, Rücken, Steiß und Wade, immer öfter auch der Fußrücken.

Bei den Maori galt, dass nur die Adeligen und die Freien ihren Rang, ihren Stand oder ihren Reichtum mit einer Tätowierung darstellen durften. Wie es auch bei den poynesischen Tattoos üblich war, waren die Männer der Maori zum Teil weit mehr tätowiert als die Frauen. Am gefragtesten waren die Gesichts Tattoos. Die Gesichts-Tätowierung sagte alles über den Familienstand des Trägers bzw. der Trägerin aus, sowie über die Position oder den Rang innerhalb des Stammes.

Die Polynesier stellten ihre Tattoo Farbe her, indem sie Samenkerne verbrannten und die Kohle dann mit Kokosöl (welches für seine antibakterielle und antivirale Wirkung bekannt ist ) mischten.

 

 

2. Eine schmerzhafte Prozedur


Die Tattoos selbst durften nicht etwa von jedermann getragen werden. Sie waren Ausdruck des sozialen Standes eines Maori. Der Mythologie nach begannen die Tätowierungen der Maori mit einer Liebesgeschichte zwischen einem jungen Mann namens Mataora und Niwareka, einer Prinzessin. Niwarekas Vater unterrichtete Mataora in der Kunst des Tätowierens.

Das wohl berühmteste Tattoo der Maori ist das Moko, das Gesichtstattoo, das in seiner Ausführung weltweit einzigartig ist. Ein Krieger mit einem vollständigen Moko (Tattoo) auf dem Gesicht, der ein Taiaha oder Mere schwingt, ist ein wahrlich furchterregender Anblick. Archäologischen Funden nach zu urteilen kamen Moko-Tätowierungen von Polynesien aus nach Neuseeland. Der Tattoo-Prozeß eines Mokos war langwierig und äußerst schmerzvoll. Das Instrument, das zum Tätowieren benutzt wurde, war eine Art Meißel. Aus Knochen gefertigt, wurde dieses Instrument an einer Seite stark geschärft. Im ersten Schritt wurden mit diesem Meißel tiefe Schnitte in die Gesichtshaut gezogen. Anschließend benetzte man den Meißel mit einer Tinktur, die entweder aus verbrannten Kauri-Muscheln oder Gummi bestand, wahlweise auch aus verbranntem Obst und Blattraupen gewonnen wurde.  Diese Farbe wurde dann mit dem Meißel in die Wunde gedrückt. Diese Art der Tätowierung war wirklich sehr unangenehm, und oftmals wurden Blätter des Karaka-Baumes auf die stark geschwollene Gesichtshaut gelegt, um die Schmerzen ein wenig zu lindern und  den Heilungsprozess zu beschleunigen. Der Kopf eines Maori wurde für den heiligsten Teil des Körpers gehalten, und weil das Tätowieren Blut kostete, wurde auch der Tätowierer (tohunga-ta-oko) als heiliger Mann angesehen, der sein Handwerk von Gott gelernt hat. Alle hochrangigen Maori trugen Tattoos, diejenigen ohne solchen Körperschmuck betrachtete man als Menschen ohne sozialen Status.

Während der Prozedur eines Mokos war sexueller Kontakt verboten, sowie die Aufnahme fester Nahrung. Wasser und flüssige Nahrung wurden dem Tätowierten mittels eines Holzrohres gereicht, um so die Gefahr von Kontamination so gering wie möglich zu halten.

Neben den hauptsächlichen Gesichtstattoos hatten die Maori der Region North Aukland zusätzliche Tattoos. Doppelte spiralförmige Linien zogen sich von der Hüfte aus über den Po, hinunter zu den Beinen bis hin zu den Knien.

Die Maori sind eines der wenigen Völker, die es geschafft haben, ihre alten Traditionen für sich zu bewahren, ein stolzes Volk, geprägt durch seine Mythologie und seinen Glauben. Sie haben uns die Vielfalt ihrer Tattoos geschenkt, und wir sollten diese nicht nur aus modischen Gründen tragen wollen, sondern vielmehr voller Stolz, genauso wie sie. Ein Tattoo ist eben immer mehr als nur Farbe unter der Haut…

 

Das klassische Maori-Tattoo - das "Ta Moko" hat immer eine bestimmte Bedeutung., welche die Maori aber nicht jedem preisgeben wollen. Es gibt typisch weibliche und typisch männliche Tattoos. Ein originales Maori-Tattoo besteht auch nicht aus 2 oder 3 symbolen, sondern es erzählt meist eine ganze Geschichte (woher der tattooträger kommt, was er kann, wovor er geschützt werden soll ect). Grundsätzlich finden die Maori das überhaupt nicht gut , dass ihre Tattoo zweckentfremdet werden. Ausweg ist ein "Kirituhi", also einem an das "Ta Moko" Muster angelehnte Tättowierung, aber ohne Bedeutung.

 

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Kundenzufriedenheit

 

Ein Tattoo sieht abgeheilt immer etwas anders aus als frisch gestochen. Mitunter verschwimmen Linien oder Schatten oder Farbflächen können aufhellen. Deshalb empfehle ich i.d.R. ein Nachstechen. Solltest du mit dem Ergebnis deines Tattoos nicht 100%ig zufrieden sein, wende dich gern noch einmal an mich, so dass wir dein Tattoo zu deiner Zufriedenheit beenden können.

Helfen mit Herz

 

 

TattooRitual ist Pate von 6 Menschen.

Über die Hilfsorganisation "Plan" ist das Studio Pate und finanzieller Unterstützer für die Schulbildung der kleinen Liliana in Simbabwe. Ich unterstütze ebenfalls über die Hamburger "Patengemeinschaft für hungernde Kinder E.V." eine in Not geratene alleinerziehende Mutter mit vier Kindern im indischen Keralla und ermöglicht der Familie ohne Ernährer ein menschenwürdiges Wohnen.